Der Olivenbaum

olive

Aus dem Urlaub zurückgekehrt, hat mich dort, in Ligurien, vor allem der Olivenbaum inspiriert.

Strandurlaub ist ja eigentlich meine Sache nicht und so wäre die italienische Mittelmeerküste auch für diesen Urlaub nicht unbedingt mein Traumziel gewesen. Doch meine 15-jährige Tochter hatte jetzt schon jahrelang in Bergen und an oberitalienischen Seen mit uns gedarbt und diesmal darauf gepocht nach 7 Jahren endlich wieder einmal ans Meer zu fahren. Nun traf es sich, dass Freunde von uns ein Ferienhaus in Ligurien besitzen und sich vorstellen konnten dort mit uns einen gemeinsamen Urlaub zu verbringen. So landeten wir also, mehr zufällig, in Cypressa, nicht weit von der französischen Grenze zwischen Imperia und San Remo.

Ich hatte mich gefasst gemacht auf touristischen Trubel an überfüllten Stränden, gepflastert mit Liegestühlen und Sonnenschirmen teurer Hotels. Das fanden wir vor allem östlich von Imperia in den großen Badeorten. Aber Ligurien hat tatsächlich mehr zu bieten und westlich von Imperia, Richtung französischer Grenze wird es doch „lichter“. Bereits wenige Kilometer entfernt vom Trubel der Küste taucht man außerdem ein in eine stille Welt, in der kleine, mittelalterliche Dörfer an steilen Berghängen über tiefen Tälern thronen. Olivenhaine und Eichenwälder prägen das Landschaftsbild. Sogar Eukalyptusbäume haben wir öfter gefunden, Feigen und Granatäpfel. In kalten Bergbächen gibt es dort die sogenannten „Laghetti“. Größere Becken, meist mit Felsen und kleinen Wasserfällen, in denen sich wunderbar baden lässt.

Ligurien gilt als wichtiges Olivenanbaugebiet. Hier gedeihen die berühmten Taggiasca-Oliven, die es nur dort gibt. Ihr Öl ist sehr mild und fein im Geschmack.

Vor allem die Bergtäler im Hinterland von Imperia sind berühmt für ihre Olivenhaine. Bereits seit dem Mittelalter wurden hier die Wälder gerodet und die steilen Hänge mithilfe von Natursteintrockenmauern terrassiert. Die Gesamtlänge dieser Mauern beträgt in Ligurien 220.000 km! Das ist mehr als die Hälfte des Erdumfangs. Diese Olivenhaine mit ihren Natursteinterrassen sind wunderschön und ein Gesamtkunstwerk unter freiem Himmel. Hier treffen sich Natur- und Kulturlandschaft auf harmonische Weise.

Die Olivenhaine faszinierten mich von Anfang an. Die silbrig-grünen Blätter der Bäume erzeugen ein geheimnisvoll magisches Licht, wie aus einer anderen Welt. Man verliert sich darin, vergisst die Zeit. Die knorrigen alten Stämme können bis zu 2000 Jahre alt werden. Sie haben eine ungewöhnliche Vitalität und treiben immer wieder neu aus. Sie trotzen der sengenden Sonne, der Trockenheit und allen anderen Unbilln der Natur. Nichts kann einen Olivenbaum umbringen, sagt man.

An der Olive ist nichts Gerades. Stämme und Äste winden sich wie Schlangen, der ganze Wald scheint zu tanzen. Bewegung in der Stille ohne Bewegung…Stille und Kraft, Kraft aus der Stille.

Sofort denke ich an die Bachblüte „Olive“. Sie steht für Lebenskraft und Regenerationsfähigkeit. Sie wird eingesetzt bei tiefer Erschöpfung, wenn man sich völlig verausgabt hat oder aufreibende seelische Entwicklungsprozesse anstehen.

Die schlangengleichen Formen der Olivenbäume, die sich zum Teil auch umeinander eher in den Himmel winden als strecken, weckt in mir auch gleich Assioziationen zum „Chi“ der Lebenskraft der chinesischen Philosophie und Medizin. Nützliches Chi fließt wie das Wasser in einem natürlichen Bachbett – mäandernd, sich schlängelnd. Geradlinig schießend wird es zum Schad-Chi und bringt keinen Nutzen mehr. In den Olivenbäumen sieht man das Chi geradezu harmonisch fließen.

Der Olivenbaum in der Mythologie

Bei vielen Völkern galt der Olivenbaum, auch oft einfach Ölbaum genannt, als heilig. Bei den Griechen war er der Athene, der Göttin der Weisheit geweiht. Die olympischen Sieger wurde mit Olivenzweigen bekränzt. Der Zweig des Olivenbaums galt den Griechen und Römern als Symbol des Friedens. Besiegte, die um Frieden baten, trugen Ölzweige in den Händen. Auch im Christentum steht die Taube mit dem Ölbaumzweig für Frieden und Versöhnung . Der Bibel zufolge schickte Noah nach der Sintflut eine Taube los. Sie kehrte mit einem Ölzweig im Schnabel zurück: die Erde grünte wieder, das Leben war zurück. So steht der Olivenbaum auch für die Lebens- und Regenerationskraft der Natur und des Lebendigen an sich.

Die Heilkraft des Olivenbaums

Der Olivenbaum wir seit 7000 Jahren kultiviert und ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Aber auch seine heilenden Eigenschaften werden schon seit langer Zeit genutzt. Man verwendet sowohl das Öl als auch die Blätter.

Das Olivenöl

Kulturen, in denen sich die Menschen vorwiegend des Olivenöls als Fettquelle bedienen, verzeichnen eine signifikant geringere Rate von Herz-Kreislaufkrankheiten und Krebs. Vor allem Herz-Kreislaufkrankheiten sind hier fast unbekannt. Das Olivenöl zeichnet sich durch seine Fettsäurezusammensetzung aus. Man kennt inzwischen rund 1000 biologisch aktive Wirkstoffe im Olivenöl. Viele davon wirken blutverdünnend und schützen vor Herzinfarkt. Olivenöl besteht zu einem hohen Prozentsatz aus der einfach ungesättigten Ölsäure. Bisher wurden mehrfach ungesättigte Fettsäuren als wertvoller erachtet. Inzwischen hat man allerdins herausgefunden, daß gerade die einfach ungesättigte Ölsäure, als Hauptbestandteil des Olivenöls, eine besondere Schutzwirkung auf das Blut hat. Die anthroposophische Medizin bezeichnet das Olivenöl auch als Öl der Mitte. Untersuchungen haben ergeben, daß die Ölsäure beim Zellaufbau von Kleinkindern eine besonders wichtige Rolle spielt und sich positiv auf die Lernfähigkeit auswirkt. So sollte es also schon in der Säuglings- und Kleinkindernährung das bevorzugte Öl sein.

Olivenöl hilft außerdem den Gesamtcholesterinspiegel auf einem gesunden Niveau zu halten. Als einziges Öl senkt es das schädliche LDL Cholesterin und erhöht das nützliche HDL.

Hochwertiges Ölivenöl fördert den Gallenfluß und ist besonders leicht verdaulich. Es hat einen positiven Effekt auf Magen-Darm-Geschwüre. Diese gehen zurück oder heilen in der Hälfte der Fälle sogar ganz aus. Auch bei Verstopfung kann ein Esslöffel Ölivenöl mit einigen Spritzern Zitronensaft am Abend eingenommen helfen.

Olivenöl wirkt antioxidativ und schützt die Zellen vor freien Radikalen. Damit hilft es vor vielen Zivilisationskrankheiten zu schützen und den Alterungsprozess  zu verlangsamen. Als Teil der mediteranen Ernährung zeigten Studien auch eine schützende Wirkung gegen Krebs.

Olivenöl ist außerdem ein wunderbares Öl zur Haut- und Haarpflege und als Basisöl für Heilpflanzenauszüge. Das im Olivenöl natürlich enthaltene Vitamin E fördert die Elastizität und Belastbarkeit der Haut. Auch bei Neurodermitis beruhigt es die gereizte Haut. Als Massageöl löst es Verspannungen, lindert Schmerzen und Muskelkater und durchwärmt das Gewebe. Nächtliche Leberkompressen mit Ölivenöl über drei Wochen stärken und reinigen die Leber und regen die Gallentätigkeit an (Renee Strassmann, Baumheilkunde).

Die Blätter

Ist schon das Öl aus den Früchten des Olivenbaums äußerst heilsam und wichtig für eine gesunde Ernährung, wird dies von den Blättern jedoch noch übertroffen.

Schon seit langem verwende ich Olivenbaumblätterextrakt. Vor allem bei viralen Infekten.

Das Extrakt aus Olivenblättern wirk: antibiotisch, antiviral und antiparasitär, entzündungshemmend, immustärkend, vitalisierend und antioxidativ. Er verbessert den Blutfluss und die Elastizität der Arterien und kann damit den Blutdruck senken, stabilisiert den Blutzuckerspiegel und regt den Gallenfluss an.

Und jetzt zuguterletzt noch ein paar schöne Bilder von den wunderschönen Olivenhainen…

Olivenbäume