Es war einmal…

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…mein kleines Paradies im Rommelstal in Obernau am Neckar. Idyllisch gelegen in einem kleinen Seitental des oberen Neckar. Am Waldrand, keine Straße kein Funk, Natur pur. Die einzige Gefahr droht von Rehen, die gerne Mangold und Petersilie fressen. Gestern war ich nach dem großen Unwetter am Sonntag zum ersten Mal wieder dort. Obernau hat glücklicherweise nicht die volle Ladung abbekommen, aber unser Acker sieht trotzdem ganz schön mitgenommen aus und nicht mehr so hübsch wie auf diesem Bild…

Alle Blattpflanzen sind ziemlich gerupft: der Kohl, die Zucchini, der Kürbis, die Buschbohnen, der Salat. Die Zwiebeln liegen komplett am Boden. Nur die Stangenbohnen und der wild wachsende Topinambur haben es fast unbeschadet überstanden.

Ein trauriges Jahr. Zuerst zu kalt und zu naß, nichts ist gewachsen. Dann zu heiß und zu trocken und zuguterletzt der Hagel. Ich bin nicht auf diese Ernte angewiesen – noch nicht. Aber seit ich selbst anbaue und Mitglied bei der Initiative Soldiarisch Landwirtschaft in Tübingen bin, wird es doch um einiges realer, was die immer häufiger auftretenden Wetterextreme für die Natur und die Landwirtschaft bedeuten. Bei unserem Bauern in Dusslingen ist vieles zerstört. Am Samstag werden wir helfen, das Gewächshaus zu reparieren. Am Freitag, wenn wir unseren Anteil abholen gibt es ramponierten Salat und angeschlagene Zucchini.

Das ist Natur, könnte man sagen. Aber leider eben nicht nur. Die Kapriolen, die das Wetter zunehmend macht, sind wohl durchaus mit durch unseren Lebensstil bedingt. Wir sägen den Ast ab, auf dem wir sitzen. Wie sollten eigentlich jede/r dringend darüber nachdenken, und natürlich dann auch danach handeln, wie wir leben können und wollen ohne weiterhin unsere Lebensgrundlagen zu zerstören. Das wird nicht ohne Opfer abgehen, den wir sind längst im Minus und leben auf Pump zukünftiger Generationen.

Der Wandel wird nicht von oben kommen, das ist er nie. Das Establishment wird niemals etwas anderes tun, als zu versuchen den Status Quo und seine Macht zu erhalten. Der Wandel kann nur von „unten“ von den Menschen selbst kommen, die bereit sind ihr Leben zu ändern und damit auch auf ihre Umgebung zu wirken. Deshalb sind Initiativen wie Transition Town so wichtig.

Dort habe ich auch Christina kennengelernt. Bei einem Film über die Transition Town Bewegung in unserem wunderbaren Rottenburger Kino. Christina gehört dieses Grundstück oben auf dem Bild. Sie baut seit 30 Jahren ihr Gemüse selbst an. Früher erzählte sie, waren es viele im Dorf, die selbst anbauten. Jetzt sind es nur noch sie und eine alte Frau. Sie suchte jemanden zum gemeinsam gärtnern – weil es einfach mehr Spaß macht. Ich suchte ein Grundstück und jemanden, der mir zeigt wie es geht – und so kamen wir zusammen. Christina ist ein so lieber Mensch und ich bin glücklich, dass ich sie kennenlernen durfte.

Das ist die Idee von Transition Town: Eine Plattform zu bieten mit deren Hilfe sich Menschen vernetzten können, die sich Gedanken um die Zukunft machen, die etwas tun möchten.

Die Initiativen in den verschiedenen Regionen findet man über das Internet. Vielleicht gibt es schon eine in eurer Gegend. Gemeinsam geht es besser und es ergeben sich ganz neue Möglichkeiten.

http://www.transition-initiativen.de/

Rommelstal