Im März am Wurmlinger Kapellenberg

wurmlinger_kapelleIch wohne in Wurmlingen am Fuss der berühmten und weithin sichtbaren Kapelle. Der Spitzberg oder Hirschauer Berg erstreckt sich als langgestreckter Höhenrücken  ist ost-westlicher Richtung vom Tübinger Schloß bis  Wurmlingen. Von Süden betrachtet liegt er wie ein schlafender Drache in der Landschaft. Knapp westlich von Hirschau trennt ein markanter Einschnitt den Hügel der Wurmlinger Kapelle ab, der den Kopf des Drachen bildet. Der Name Wurmlingen (von (Lind-)“Wurm“ einem alten Wort für Drache,  lässt vermuten, dass auch frühere Generationen schon diese Assoiation hatten. Der gesamte Berg ist Landschafts-, bzw. teilweise auch Naturschutzgebiet und berühmt für seine reichhaltige Flora und Fauna.

Gleich am nächsten Tag nach unserem ersten Ausbildungstreffen machte ich mich also begeistert auf den Weg mein heimisches Territorium zu erkunden und war sehr gespannt, was ich finden würde. Das ganze letzte Jahr hatte ich schon die Vegetation beobachtet und war sicher, ich würde mit reicher Ernte nach Hause kommen.

Leider wurde ich ziemlich enttäuscht. Der lange und harte Winter hatte seine Spuren hinterlassen. Geschützt unter einer Hecke fand ich einige wenige Blättchen Scharbockskraut und Knoblauchrauke, das war alles! Einige kleine Blätter vom Löwenzahn auf den Wiesen hatten diesem zum Überwintern gedient und waren hart und praktisch ungenießbar. Bärlauch gibt es am Kapellenberg überhaupt nicht.  – Und so kehrte ich, etwas ernüchtert, erst einmal mit leeren Taschen heim.

Im warmen und geschützten Talkessel der Großstadt Stuttgart war die Vegetation doch um einiges weiter, als draußen auf dem Land, musste ich feststellen.