Landschaftsmythologischer Spaziergang Bad Urach

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Letzten Freitag war es soweit. Auf dem Parkplatz traf ich am frühen Nachmittag auf die ca. 20 Teilnehmer zu unserem Spaziergang im Landschaftstempel  Bad Urach. Organisiert wurde er von Yshouk Ursula Kirsch vom Freundeskreis Hildegardmedizin Bad Urach.

Gewitter waren angesagt und bei schwülwarmer Vorgewitterstimmung machten wir uns an den 300 Meter Aufstieg zur Burg Hohenurach, unserem ersten Ziel. Meine Freundin Franca Bauer machte die Nachhut und sorgte dafür, dass auch die weniger fitten gut oben ankamen und niemand verloren ging.

Ein Aufstieg auf Kalk ist anstrengend, denn dieser wirkt eher energieabziehend. Wer gerne wandert und einmal bewusst darauf achtet wird leicht feststellen können, dass es auf Granit oder Sandstein wesentlich leichter geht als auf Kalk.

Kurz vor dem Gipfel durchschreitet man eine Schwelle – der Weg ist kurzzeitig links und rechts von Felsen eingefasst.

Oben angekommen fing es tatsächlich an zu regnen, aber wir hatten großes Glück. Es donnerte nur zweimal und nach fünf Minuten war der leichte Regen bereits vorbei und die Sonne begann wieder zu scheinen. Ein richtiges Gewitter wäre an so exponierter Stelle nicht so witzig gewesen.

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Von der untersten Ebene der Burgruine hat man einen atemberaubenden Blick in die beiden Täler links und rechts des Runden Bergs mit den Wasserfällen. Die Landschaft strahlt Harmonie und Frieden aus und bezaubert mich immer wieder. Sie erinnert ein wenig an das Auenland im Herrn der Ringe. Leicht kann man nachempfinden, dass der Runde Berg mit den beiden Flüsschen, die von zwei Wasserfällen gespeist werden, ihn umfließen und sich an seinem Fuß vereinigen, für die Menschen aus vorgeschichtlicher Zeit ein Symbol der Großen Mutter, ihres schwangeren Bauchs und ihres Schoßdreiecks war. Aus dem Bauch der Erde kommt alles Leben und kehrt wieder dorthin zurück.

Der energetischste Platz auf dem Hohenurach ist auf der oberen Ebene im Zentrum der ehemaligen Burg. Trotz der Höhe und ausgesetzten Lage sind die Pflanzen hier unglaublich vital. An einer der Burgmauern wachsen dicht beieinander zwei wunderschöne Linden – ein Platz an dem man Wurzlen schlagen könnte. Auch die Hunde wollten hier gar nicht mehr weg. Eine Drachenlinie bringt die Qualitäten von Wachstum und Lebenskraft mit.

Dann gibt es noch eine große Esche. Hier fließt die Energie mehr vertikal, bringt Klarheit und Ausrichtung. Die Kraft der Sonne und des Feuers ist hier oben vorherrschend und man kann sich auf angenehme Weise mit Energie aufladen. Die Mühen des Aufstiegs sind so bald vergessen.

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Nachdem wir den Kräften hier oben nachgespürt haben, wandern wir weiter zum Uracher Wasserfall. Der ergiebige Regen der letzten Tage kam nun hier wieder zum Vorschein.

Der Wasserfall bildet einen wunderschönen Ausgleich zur feurigen Yang-Lebenskraft des Burgbergs. Auch hier kann man sich aufladen – mit der Yin-Lebenskraft des Wassers. Nachdem wir nun schon vier Stunden unterwegs sind, werden wir hier wieder richtig fit.

Ich sehe nur lachende und fröhliche Gesichter. Der Funke ist übergesprungen, viele wirken regelrecht verjüngt. Mir geht es jedes Mal so, wenn ich hier unterwegs bin und ich freue mich es nun auch mit anderen zu teilen, denen es scheinbar genauso geht.

Es sind einfach wunderbare kraftspendende Orte hier, die die Batterien wieder aufladen und gleichzeitig einen harmonischen Ausgleich der weiblichen und männlichen Kräfte schaffen.

Bad Urach 2

Der Landschaftstempel Bad Urach – Teil 1

Der Landschaftstempel Bad Urach – Teil 2