Selbstversorgung aus der Natur

Eine Wildkräuterausbildung mitten in Stuttgart? Na ja, ein bisschen skeptisch war ich schon. Ich bin in Stuttgart geboren und aufgewachsen und eigentlich der Auffassung, das würde für den Rest meines Lebens nun reichen. Soll heißen, ich bin nicht gerade ein Fan von Großstädten und Ballungsräumen.

Andererseits auch eine interessante Herausforderung. Kann man in einer Stadt wie Stuttgart tatsächlich essbare! Wildkräuter finden und wenn ja wo? Man kann, wie wir bald feststellen sollten.

Bei unserem ersten Treffen Ende März starteten wir in spätwinterlichem Schneetreibenzu unserer ersten Exkursion in den Rosensteinpark. Schon auf dem Weg dorthin fanden wir tatsächlich jede Menge Essbares. Theoretisch zumindest, denn direkt an Straße und Parkplatz ist es dann doch nicht so appetitlich…

Der Park selbst, dient der Wilhelma (dem berühmten Stuttgarter Zoo) als Futtermittelquelle für Giraffen und andere Tiere. Hier wird nur zwei Mal im Jahr gemäht, nicht gespritzt und gedüngt – also gut Voraussetzungen für uns auch hier mitten in der Stadt Genießbares zu ernten. Hier gab es Bärlauch, wilden Schnittlauch, Scharbockskraut und Knoblauchsrauke in Hülle und Fülle. Gemeinsam hatten wir schnell genug für unser geplantes Menu  zusammen, so dass die Finger nicht ganz so klamm wurden.

Zurück in der warmen Stube bereiteten wir aus den gesammelten Kräutern ein wirklich leckeres Mahl: Wildkräutersuppe mit Kartoffeleinlage, Wildkräuterbutter und -Pesto auf Brennesselbrot. Sehr lecker!

Ich freue mich schon auf unser nächstes Treffen.